Module der
Kunsttherapie-Ausbildung
Modul 1 Psychosoziale kunsttherapeutische Beratung
Psychosoziale
beratende Kunsttherapie hat die Klärung situativer Schwierigkeiten zum
Ziel; klinische Störungen und Defekte fallen nicht in diesen Bereich.
Das schließt aus, dass Di- agnosen erstellt werden. Dementsprechend ist
eine psychosoziale kunsttherapeutische Beratung mit ihren
Interventionen und Aufgaben auch frei vom Arbeiten an diagnostizierten
Symptomen. Vielmehr geht es um die Ressourcen und Optionen des
Klienten; es wird an- gestrebt, seine Selbststeuerung zu verbessern,
seine nicht genutzten und vor allem kreativen psychischen und
kognitiven Möglichkeiten verfügbar zu machen, damit er auf sich selbst
und seine Lebenssituation besser und befriedigender Einfluss zu nehmen
vermag.
Eine beratende Tätigkeit dieser Art unterstützt den Klienten
darin, einen von ihm gewünschten Wandel in seiner Beziehung zur Welt zu
ermöglichen. Das geschieht in Form eines gemein- samen Suchens nach
Lösungen.
Wenn man etwas lösen will, muss man wissen, was gelöst werden
soll, wozu es gelöst wer-
den soll und wie es gelöst werden kann. Um das herauszufinden,
kommunizieren wir mit der links- und rechtshemisphärischen Sprache des
Gehirns: wir benutzen Bild und Wort, also Bildsprache und
Kommunikation. So begeben wir uns in einem aufdeckenden Verfahren auf
die Suche nach Zusammenhängen, aus denen das zu lösende Problem besteht.
Der theoretische und praktische Rahmen dieses
Weiterbildungs-Lehrgangs steht im Einklang mit den Intentionen des
Gesetzgebers, der Prävention und gesundheitspädagogische Versor- gung
vorsieht.
"In § 20 Abs. 1 SGV macht der Gesetzgeber die Primärprävention
als Sollvorschrift zu einer
gesetzlichen Aufgabe der Krankenkassen mit stark verpflichtendem
Charakter. Die Leistungen der Primärprävention sollen den allgemeinen
Gesundheitszustand verbessern und insbeson- dere einen Beitrag zur
Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen
leisten" (zitiert aus dem Programm "Aufbaustudium Gesundheitspädagogik
an der Fachhoch- schule München 2000/01").
Lernziele,
Lerninhalte und Methoden unserer psychosozialen kunsttherapeutischen
Beratung sind deshalb an den Maßnahmen der Gesundheitsbildung und
-pädagogik orientiert; sie entsprechen der „Reform 2000", die vorsieht,
dass Veranstaltungen dieser Art von den Krankenkassen bezuschusst
werden können.
Mögliche Anwendungsbereiche
- Lebensberatung
- Erwachsenenbildung
- Teamentwicklung
- Managementtraining
- Creative Coaching
- Creative Consulting
- Sozialarbeit
- Gesundheitsbildung
- Supervision
Modul 2 Pädagogische Kunsttherapie
In
der pädagogischen Orientierung verstehen wir Leben als Lernen. Ähnlich
wie die psycho- soziale Beratung unterstützt die pädagogische
Kunsttherapie Entwicklungsprozesse, die kognitive, emotionale und
verhaltens-bezogene Fähigkeiten betreffen.
Ziel
von Entwicklung ist das Aktivieren und Gestalten spezieller Ressourcen
und Optionen, um sie dem Betreffenden verfügbar zu machen; dieses
Potential soll seine Orientierungs- und Kommunikationsfähigkeit
verbessern, damit er sich in der sozialen Gemeinschaft besser
integrieren kann.
Pädagogische Kunsttherapie findet Anwendung in pädagogischen
Einrichtungen. Dort fördern sie ein ganzheitliches und nachhaltiges
Lernen: bildnerisches Handeln wird als unterstutzen-
des Verarbeitungs- und Lernmedium genutzt.
Die pädagogische Kunsttherapie wird angewendet in der
Arbeit
- mit Behinderten
- mit Missbrauchs-Opfern
- mit Kindern- und Jugendlichen
- in der Arbeit mit Abhängigen
- in der Erwachsenenbildung
- in der Sonderpädagogik
- in der Sozialpädagogik
- in der Heilpädagogik
- im Strafvollzug
Modul 3 Klinische Kunsttherapie
Die klinische Kunsttherapie wird angewendet in der
- Psychiatrie
- Forensik
- Rehabilitation
- Psychosomatik
- Geriatrie
Hier begegnen Sie leidenden Menschen und damit den
unterschiedlichsten Facetten unmittel- barer seelisch-geistiger
Ausdrucksformen.
Wenn
Seelisches aus den tiefsten Schichten sichtbar wird, dann steht es
scheinbar neben dem sogenannten "Normalen": der Leidende erlebt sich
als isoliert. Deshalb geht es hier um andere Aufgaben als in der
psycho-sozialen kunsttherapeutischen Beratung.
Speziell im
klinischen Bereich begegnet man oft einer Sprachlosigkeit, weil sich
der Patient nicht imstande fühlt, das, was ihn seelisch bewegt, in
Worte zu fassen. Die verschiedenen Aspekte der Bildsprache können hier
eine notwendige Hilfe sein, um mitteilen zu können, was Worte nicht zu
sagen vermögen.
Der Satz von Ludwig Wittgenstein: "Worüber man nicht reden
kann, darüber muss man schweigen", darf dahingehend modifiziert werden:
"Worüber man nicht reden kann, das lässt sich in einem Bild zum
Ausdruck bringen".
Ein
Ziel in der klinischen Kunsttherapie ist es, Beziehung herzustellen und
über die Sprache von Bildern einen Heilungsprozess einzuleiten. Dabei
wird tendenziell stützend, schützend und motivierend gearbeitet. Im
zumeist interdisziplinären Team übernehmen der Kunsttherapeut und die
Kunsttherapeutin Verantwortung für den Patienten.
Das Gemeinsame
In
unseren Weiterbildungsmodulen vermitteln wir Ihnen eine Vielfalt an
kreativen Methoden, die Sie spielerisch und flexibel, aber auch
funktionsbetont und zielorientiert anwenden kön- nen. Damit haben Sie
viele Möglichkeiten zur Hand, um aufdeckend und zudeckend, zurück-
haltend und konfrontierend, kognitiv und emotional, verbal und
nonverbal sowohl einzeln wie in Gruppen zu arbeiten.
Nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Modul erhalten Sie ein
Zertifikat, das Ihnen die entsprechende Qualifikation bescheinigt.
Weil unsere Module aufeinander aufbauen, bleiben Sie während
Ihres Studiums flexibel in der Entscheidung,
mit welchem Abschluss Sie Ihre Weiterbildung beenden wollen.
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